Grundidee des vorliegenden Entwurfes ist die behutsame Eingliederung des Bürgerzentrums in die gewachsene Struktur des Stadtteils, sowie das Freilegen und Verknüpfen ortsbezogener Qualitäten durch den Vorschlag, ein sich sensibel einpassendes Gebäudeensemble zu schaffen.

Zwei sichtbare Gebäudevolumen zur Straße und ein im Höhenversprung des Geländes verschwindendes Sockelgeschoss interagieren sowohl mit dem höher gelegenen Straßenniveau, als auch mit dem darunter befindlichen Uferbereich am Wasser.

Konkret bedeutet dies: straßenseitige Öffentlichkeit mit Blickbezügen zum Wasser und eine neue Sonnenterrasse zwischen den Gebäuden sind am oberen Geländeniveau prägend. Gruppenräume mit direkter Verknüpfung zur Uferkante und Seeterrasse lassen am unteren Niveau einen neuen Aufenthaltsort entstehen. Dieser gliedert sich nach dem Wasserspielplatz als weiterer Baustein in die Aufwertung der Uferzone des Teiches zum Freizeit und Erholungsort ein.

Die Aufteilung des Bürgerzentrums auf zwei, zueinander gedreht stehende Baukörper ermöglicht vorhandene Wegestrukturen aufzunehmen und durch eine Straßenaufweitung an der Kreuzung, welche auf den Bürgerplatz mündet zu erweitern und zu verbinden.

So kann, trotz der scheinbaren Kleinteiligkeit des Ensembles ein prägnanter städtebaulicher Akzent gesetzt werden, der bei gleichzeitiger Verknüpfung mit der Umgebung eine sensible Präsenz schafft, die das neue Bürgerzentrum in angemessener Weise im Stadtteil positioniert. Das Wechselspiel zwischen gut einsehbaren Bereichen, und intimeren Zonen wird dabei den Anforderungen an ein öffentliches Haus mit öffentlichen und privaten Veranstaltungen gerecht.

Die Zuordnung der geforderten Räume in zwei straßenseitig sichtbare Baukörper und ein Ufergeschoss folgt den Bedürfnissen der unterschiedlichen Nutzungsbereiche nach deren öffentlicher Bedeutung: Auf Straßenniveau mit Platznutzung und starker öffentlicher Präsenz sind im Gebäude „Bürgersaal" der Saal mit seinem Foyer gelegen und im Gebäude „Bürgerhaus" das Bürgercafé und das Quartiersmanagement. Das Ufergeschoss mit anschließender Ufer- und Seeterrasse enthält alle Gruppenräume, die Veranstaltungsküche und notwendige Nebenräume. Diesem Geschoss kommt eine besondere Rolle zu, da es einerseits Synergien in der Nutzung aller Nebenräume ermöglicht.Andererseits lassen sich Gruppenräume und Veranstaltungsküche je nach Nutzungsszenario zusammen mit den darüber liegenden Häusern verbinden. Mit der internen Verknüpfung des gesamten Ensembles durch die beiden einläufigen Treppen und dem großzügigen Erschließungsbereich im Ufergeschoss ist die geforderte Nutzbarkeit als ein zusammenhängendes Bürgerhaus ausnahmslos gegeben.

Nutzungsszenarien

Die Aufsplittung der Nutzungen auf unterschieldiche Gebäudeteile ermöglich außerdem eine Vielzahl möglicher Nutzungsszenarien.

Ein Haus
In dieser Variante findet im gesamten Haus, also in beiden Giebelhäusern, sowie im Ufergeschoss eine große Veranstaltung statt. Dies könnte z.B. bei einem Stadtfest, einer Hochzeitsfeier, einem Stadtteilflohmarkt oder einer eingemieteten Tagung der Fall sein. Alle Aussenräume, also Bürgerplatz und Uferterrasse könnten in eine solche Veranstaltung mit eingebunden sein und auf diese Weise nicht nur das Gebäude selbst, sondern die gesamte Umgebung bespielen.